OER des Monats Oktober 2026: Mit ExpeditionBD eine gemeinsame Vision entwickeln

Als Brücke zum 4. TOBIS-Netzwerkworkshop „Gemeinsam handlungsfähig werden – Transprofessionelle Zusammenarbeit in der digitalen Schulentwicklung gestalten“ am 17. November 2026 stellen wir im Oktober das Handlungsfeld Vision der ExpeditionBD und das offene Material zur Zukunftswerkstatt vor. Beide greifen eine grundlegende Frage auf: Wie können Schulen, Schulträger und weitere Beteiligte eine gemeinsame Vorstellung davon entwickeln, wohin digitale Schulentwicklung führen soll?

Die ExpeditionBD entstand im Kooperationsprojekt „Digitale Schule regional gestalten“ von Bertelsmann Stiftung, Forum Bildung Digitalisierung und Zentrum für digitale Bildung und Schule. Das Angebot bündelt Orientierung, Methoden und Arbeitsmaterialien für gemeinsame Entwicklungsprozesse. In diesem ersten Beitrag zur ExpeditionBD steht die Verständigung über Ziele und unterschiedliche Perspektiven im Vordergrund.

Worum geht es genau?

Die ExpeditionBD bietet unterschiedliche Zugänge für Schulleitungen, Schulträger und koordinierende Akteur*innen. Vier Handlungsfelder – Vision, Strategie, Ausstattung & Support sowie Qualifizierung – werden mit den Prozessschritten Bestandsaufnahme, Zielsetzung, Umsetzung und Evaluation verbunden. Nutzer können dort einsteigen, wo ihre aktuellen Fragen liegen.

Im Handlungsfeld Vision geht es um ein gemeinsames Zukunftsbild für Schule in der digitalen Welt. Welche pädagogischen Ziele sollen verfolgt werden? Welche Besonderheiten der Kommune oder Region sind zu berücksichtigen? Und wer muss an der Verständigung beteiligt sein? Ein gemeinsam entwickeltes Leitbild kann Orientierung geben und helfen, spätere Entscheidungen im Hinblick auf vereinbarte Ziele zu treffen. Die ExpeditionBD betont dabei die frühzeitige Beteiligung relevanter Akteur*innen und die Gestaltung gemeinsamer Kommunikationsformate.

Beispielmaterial: Die Zukunftswerkstatt

Einen konkreten Zugang bietet das Materialpaket „Zukunftswerkstatt – Ein Format zur Erarbeitung von Vision und Strategie für Schulen in der digitalen Welt“. Es enthält ein Factsheet und ein ausführlicheres Konzeptpapier von Tobias Düttmann und Richard Heinen aus der learninglab GmbH. Das Konzeptpapier erläutert Ziele, Beteiligte, Ablauf und Dokumentation des Formats.

Die Zukunftswerkstatt gliedert sich in drei Phasen:

  1. Bestandsaufnahme: Die Beteiligten betrachten ihre Ausgangssituation. Sie sammeln vorhandene Stärken, aktuelle Herausforderungen und Fragen zum Lernen mit digitalen Medien. Unterschiedliche Bedarfe werden sichtbar und thematisch gebündelt.
  2. Utopie-Phase: In gemischten Gruppen entwickeln die Teilnehmenden Vorstellungen einer Schule unter idealen Bedingungen. Finanzielle oder organisatorische Einschränkungen werden zunächst zurückgestellt, um neue Möglichkeiten und gemeinsame Anliegen zu erkunden.
  3. Umsetzungs-Phase: Aus den Zukunftsbildern werden realistische Ziele abgeleitet. Die Beteiligten formulieren erste Maßnahmen und bestimmen Indikatoren, anhand derer sie Fortschritte erkennen können.

Das Konzept sieht unterschiedliche schulische Perspektiven vor, etwa aus Schulleitung, Medienkoordination und Kollegium. Auch Vertreter*innen des Schulträgers können einbezogen werden. Eine externe Moderation soll den Austausch begleiten und dafür sorgen, dass unterschiedliche Positionen aufgenommen werden.

Zukunftswerkstatt, S. 5

Warum ist das für Schulträger relevant?

Für Schulträger eröffnet das Format die Möglichkeit, schulische Bedarfe genauer zu verstehen und eigene Rahmenbedingungen in einen gemeinsamen Entwicklungsprozess einzubringen. Eine Zukunftswerkstatt könnte beispielsweise genutzt werden, um mit mehreren Schulen zu klären, welche Veränderungen beim Lernen und Arbeiten angestrebt werden und welche Unterstützung dafür erforderlich ist.

Aus TOBIS-Perspektive ist besonders die Verständigung zwischen unterschiedlichen fachlichen und organisatorischen Sichtweisen interessant. Begriffe wie „digitale Schule“ oder „gute Ausstattung“ können mit verschiedenen Erwartungen verbunden sein. Die gemeinsame Arbeit an einem Zukunftsbild bietet einen Anlass, diese ggf. unterschiedlichen Erwartungen zu besprechen und miteinander abzugleichen. Damit lässt sich transprofessionelle Zusammenarbeit konkret fassen: Die Beteiligten bringen ihr Wissen ein, nehmen andere Perspektiven auf und entwickeln gemeinsam Ziele. Voraussetzung sind ausreichend Zeit, eine geeignete Moderation und die Bereitschaft, Unterschiede und offene Fragen zu bearbeiten.

Die Zukunftswerkstatt bildet dabei einen Einstieg. Das Konzeptpapier weist ausdrücklich darauf hin, dass die Ergebnisse noch keine verbindliche Projektplanung darstellen. Entscheidend ist deshalb, wie Vereinbarungen dokumentiert, in den beteiligten Organisationen aufgegriffen und im weiteren Austausch überprüft werden.

Diese Anschlussfragen greift der 4. TOBIS-Netzwerkworkshop am 17. November 2026 auf: Unter welchen Bedingungen gelingt transprofessionelle Zusammenarbeit, und wie lässt sie sich konkret gestalten?

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Lizenz & Nutzung

Das Konzeptpapier zur Zukunftswerkstatt ist eine Open Educational Resource (OER). Es darf unter den Bedingungen der Lizenz CC BY-SA 4.0 weiterverwendet und bearbeitet werden. Dabei sind die Urheber zu nennen, Änderungen kenntlich zu machen und Bearbeitungen unter derselben Lizenz weiterzugeben.

  • Angebot: https://expedition.forumbd.de
  • Thematischer Einstieg: Handlungsfeld Vision für Schulträger
  • Beispielmaterial: Zukunftswerkstatt – Materialpaket mit Factsheet und Konzeptpapier (ZIP): https://www.forumbd.de/materialien/dialogformat-zukunftswerkstatt/
  • Lizenz des Konzeptpapiers: CC BY-SA 4.0
  • Vorgesehene Namensnennung: Tobias Düttmann und Richard Heinen – learninglab GmbH, entstanden im Projekt „Digitale Schule regional gestalten“ von Bertelsmann Stiftung, Forum Bildung Digitalisierung & Zentrum für digitale Bildung und Schule.
  • Bildhinweise: Die im Konzeptpapier gekennzeichneten Praxisfotos stehen unter CC BY 4.0 mit Namensnennung „Learninglab“
  • Prüfdatum: 3. Oktober 2026