OER des Monats September 2026: KI verstehen, Zukunft gestalten

Wie können Schulen und Schulträger eine gemeinsame Grundlage entwickeln, um Künstliche Intelligenz fachlich fundiert und verantwortungsvoll einzusetzen? Als OER des Monats September stellen wir das Angebot „KI verstehen. Zukunft gestalten.“ des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) vor.

Für das Angebot hat die Agentur J&K – Jöran und Konsorten mehr als 30 Lernmodule entwickelt. Sie richten sich an Lehrkräfte, Schulleitungen und Mitarbeitende der Bildungsadministration. Die Materialien lassen sich sowohl zum Selbstlernen als auch für begleitete Fortbildungen nutzen. Ergänzende methodische Hinweise unterstützen die Übertragung in Workshops, Schulkonferenzen oder kombinierte Selbstlern- und Austauschformate.

Worum geht es genau?

Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Kompetenzen Menschen im Bildungsbereich benötigen, um Künstliche Intelligenz sinnvoll, kritisch und verantwortungsvoll einsetzen zu können. Die Lernangebote verbinden dabei drei Perspektiven:

  • Wie funktioniert KI? Technische Grundlagen helfen dabei, die Funktionsweise von KI-Systemen und ihre Grenzen zu verstehen.
  • Wie nutze ich KI? Anwendungsbezogene Inhalte greifen den Einsatz in Unterricht, Schulentwicklung und Verwaltung auf.
  • Wie wirkt KI? Gesellschaftliche und ethische Fragen regen zur Reflexion von Auswirkungen und Verantwortung an.

Die mehr als 30 Lernmodule sind so aufgebaut, dass sie sowohl einen niedrigschwelligen Einstieg als auch eine vertiefte Auseinandersetzung ermöglichen. Die Selbstlernangebote verbinden Erklärvideos mit Übungen und Reflexionsaufgaben. Für den Einstieg empfiehlt das Bildungsportal den Grundlagenkurs „KI-Systeme verstehen und souverän anwenden“, der auch eine Einführung in den rechtlichen Rahmen des EU AI Act enthält. Anschließend können weitere Themen ausgewählt werden. Die Moodle-Kurse sind nach Anmeldung verfügbar und werden mit einer geschätzten Bearbeitungszeit von etwa 60 Minuten beschrieben.

Das Kompetenzraster unterscheidet die Stufen Grundlagen, Vertiefung und Transfer. Dabei ist zwischen dem konzeptionellen Aufbau und dem verfügbaren Angebot zu unterscheiden: Auf den drei Perspektivseiten sind zum Prüfzeitpunkt noch keine Lernangebote für die dritte Kompetenzstufe „Transfer“ aufgeführt.

Welche Inhalte sind besonders anschlussfähig?

Für Schulen und Schulträger lohnt sich insbesondere ein Blick auf die verwaltungsbezogenen Angebote. Die Module „Grundlagen der KI in der Verwaltung“ und „Einführung zu KI und Datenschutz in Schule und Verwaltung“ greifen Themen auf, die über den Unterricht hinausreichen. Sie bieten mögliche Ausgangspunkte, um Anwendungsideen und Anforderungen gemeinsam zu diskutieren. Unter der Perspektive „Wie nutze ich KI?“ finden sich außerdem Angebote zur Nutzung einfacher KI-Tools in der Verwaltung, zur Kommunikation über KI und zu Führungsfragen im Bildungswesen. Diese Auswahl macht deutlich, dass das Fortbildungsangebot auch organisatorische Aufgaben berücksichtigt.

Welche Module geeignet sind, hängt von der konkreten Entwicklungsfrage ab. Soll zunächst ein gemeinsames Grundverständnis entstehen? Geht es um einen vorgesehenen Einsatz in der Verwaltung oder um die Abstimmung zwischen Schulen und Schulträger? Eine solche Frage erleichtert die Auswahl und verhindert, dass die Fortbildung bei einer allgemeinen Übersicht über KI-Anwendungen stehen bleibt.

Warum sind die Lernangebote für Schulträger interessant?

Für Schulträger ist das Angebot interessant, weil die Einführung und Nutzung von KI in Schulen nicht allein eine pädagogische Aufgabe darstellt. Sie berührt ebenso Fragen der digitalen Infrastruktur, der Qualifizierung, des Datenschutzes, der Schulentwicklung und der strategischen Steuerung. Schulträger stehen daher zunehmend vor der Herausforderung, gemeinsam mit Schulen einen verlässlichen Rahmen für den Umgang mit KI zu entwickeln. Die Lernangebote können dabei helfen, zunächst eine gemeinsame Wissens- und Gesprächsgrundlage zu schaffen. Während Lehrkräfte KI vor allem aus der Perspektive von Unterricht und Lernen betrachten, beschäftigen sich Schulträger beispielsweise mit technischen Voraussetzungen, Beschaffung, Datenschutz, Supportstrukturen und langfristigen Entwicklungsprozessen. Schulleitungen wiederum müssen pädagogische, organisatorische und rechtliche Fragen miteinander verbinden. Ein gemeinsames Grundverständnis erleichtert es, diese unterschiedlichen Perspektiven zusammenzuführen.

Besonders interessant ist deshalb, dass sich das Angebot ausdrücklich nicht nur an Lehrkräfte richtet. Als Zielgruppen werden unter anderem schulisches Leitungspersonal, Mitarbeitende von Behörden im Geschäftsbereich des Kultusministeriums sowie Bildungsadministratorinnen und Bildungsadministratoren genannt. Damit bietet das Material Ansatzpunkte für eine transprofessionelle Auseinandersetzung mit KI. Für Schulträger ergeben sich daraus verschiedene Nutzungsmöglichkeiten. Einzelne Module können beispielsweise im Rahmen gemeinsamer Fortbildungen mit Schulen eingesetzt werden. Ebenso können sie als Grundlage für Workshops, Arbeitsgruppen oder schulübergreifende Austauschformate dienen. Denkbar ist beispielsweise, einzelne Themen zunächst individuell bearbeiten zu lassen und die gewonnenen Erkenntnisse anschließend gemeinsam auf die eigene schulische oder kommunale Situation zu übertragen.

Auch beim Aufbau einer nachhaltigen KI-Strategie kann dies hilfreich sein. Denn der Umgang mit Künstlicher Intelligenz lässt sich nicht auf die Einführung eines bestimmten Tools reduzieren. Notwendig sind vielmehr langfristige Kompetenzentwicklung, klare Verantwortlichkeiten und ein kontinuierlicher Austausch zwischen Schulträgern, Schulleitungen, Lehrkräften, Medienzentren, IT-Verantwortlichen, Datenschutzbeauftragten und weiteren beteiligten Akteurinnen und Akteuren.Das Projekt verfolgt ausdrücklich den Ansatz, die Materialien nicht lediglich bereitzustellen, sondern ihre Weiterverwendung und Anpassung zu ermöglichen. Das öffentliche GitHub-Repository dient hierfür als zentrale Sammlung der Lernangebote. Dort sind neben den eigentlichen Modulen unter anderem Materialien für Fortbildende und weitere grundlegende Dokumente hinterlegt. Damit kann das Angebot auch für Medienzentren, kommunale Bildungsakteure oder Fortbildungsverantwortliche interessant sein, die eigene Qualifizierungsangebote aufbauen möchten. Bereits vorhandene Lernmodule können übernommen, kombiniert und – soweit die Lizenzbedingungen dies erlauben – an den eigenen Kontext angepasst werden.

Lizenz und Nutzung