OER des Monats März 26: EU AI Act Essentials – ein Online-Selbstlernkurs des KI-Campus

Im aktuellen OER des Monats stellen wir einen Online-Selbstlernkurs des KI-Campus vor, der genau die Fragen aufgreift, vor denen viele Schulträger aktuell stehen: Was darf KI und was bedeutet das konkret für Beschaffung, Einsatz und Verantwortung? Der Kurs knüpft direkt an die Diskussionen des zweiten TOBIS-Netzwerkworkshops „KI in der Schulentwicklung“ vom 4. März 2026 an und bietet eine fundierte Vertiefung zentraler Themen.

Der Selbstlernkurs „EU AI Act Essentials“ des KI-Campus, entwickelt in Zusammenarbeit mit der TUM und dem appliedAI Institute Europe, ergänzt diese Perspektive um ein fundiertes regulatorisches Verständnis. In vier übersichtlich strukturierten Modulen vermittelt der Kurs anschaulich die zentralen Rollen, Pflichten und Risikokategorien des EU AI Acts.

Worum geht es genau und warum lohnt sich der Kurs?

Der Selbstlernkurs greift die Fragen auf, die für Schulträger aus dem letzten Netzwerkworkshop wichtig erschienen. Im Mittelpunkt stehen zentrale Fragen, die für Schulträger unmittelbar relevant sind:

  • Welche Rollen gibt es im AI Act (Anbieter, Betreiber, betroffene Personen,…)?
  • Wie werden KI-Systeme in Risikoklassen eingeteilt?
  • Welche Pflichten und Verantwortlichkeiten ergeben sich daraus?
  • Welche Anforderungen entstehen in Bezug auf Schulung, Dokumentation und Überwachung?

Besonders praxisnah und anschaulich gestaltet sind die einführenden Lernvideos. Diese geben schon einmal grundlegende Orientierung. Für die Vertiefung sind kurze Selbsttests und spannende Reflexionsfragen und auch Gedankenreisen motivierend. Natürlich muss der Kurs dabei nicht vollständig von Anfang bis Ende durchgearbeitet werden. Stattdessen kann man gezielt zu den Abschnitten springen, die einen besonders interessieren.

Der Kurs bietet zudem eine gute Möglichkeit, viele Fragen rund um den EU AI Act zu klären. Er lohnt sich besonders, weil er Orientierung in einem komplexen und dynamischen Themenfeld bietet auf KI-Anfängerniveau bietet. Er hilft KI im schulischen Kontext nicht nur zu verstehen, sondern auch den Einsatz verantwortungsvoll, strategisch und rechtssicher zu gestalten.

  • Praxisnahe statt theoretische Inhalte, die anhand ganz konkreter Szenarien und Beispiele vermittelt werden und sich direkt auf den Schulkontext übertragen lassen
  • Flexibel nutzbare Module, die sowohl einen schnellen Einstieg als auch eine gezielte Vertiefung ermöglichen, insbesondere in den Modulen 2 bis 4
  • Unterstützung bei fundierten Entscheidungen zur Beschaffung und zum Einsatz von KI-Systemen
  • Mehr Sicherheit im Umgang mit KI durch Klarheit über rechtliche Anforderungen und eine bessere Einschätzung von Risiken

Das frei zugängliche, interaktive Format mit integrierten Selbsttests und Reflexionsaufgaben erleichtert den Transfer in die Praxis für Schulträger. Als Bonus wird das Angebot zusätzlich durch eine Teilnahmebestätigung sowie einen Leistungsnachweis abgerundet.

Warum ist das besonders relevant für Schulträger?

Die diskutierten Herausforderungen – fehlende Transparenz, fehleranfällige Ergebnisse und intransparente Funktionsweisen – zeigen: Der Einsatz von KI ist keine rein technische Frage, sondern immer auch mit pädagogischen, rechtlichen und organisatorischen Implikationen verbunden. Für Schulträger bedeutet das, dass Entscheidungen über KI-Anwendungen nicht isoliert getroffen werden können. Vielmehr braucht es ein grundlegendes Verständnis dafür, in welche Risikoklassen KI-Systeme eingeordnet werden und welche Anforderungen sich daraus ergeben.

Der Kurs macht deutlich, dass es nicht darum geht, KI pauschal zu kontrollieren oder zu verbieten, sondern ihren Einsatz verantwortungsvoll zu gestalten. Dazu gehört insbesondere:

  • die Einordnung von KI-Systemen in Risikoklassen,
  • die Klärung der eigenen Rolle als Betreiber,
  • sowie der Aufbau von Schulungs-, Dokumentations- und Überwachungsstrukturen

So verschiebt sich die Perspektive weg von der Fokussierung auf einzelne Tools, hin zu einer strukturierten Betrachtung von Rollen, Risikoklassen und Verantwortlichkeiten.

Gerade im schulischen Kontext – etwa bei Anwendungen zur Leistungsbewertung – zeigt sich, dass viele Systeme als hochriskant eingestuft werden können und daher besonderen Anforderungen unterliegen.

Für Schulträger bedeutet dies konkret:

  • Beschaffung neu denken, da Entscheidungen zu KI-Systemen nicht nur technisch oder wirtschaftlich, sondern auch rechtlich und pädagogisch bewertet werden müssen
  • Ein Gespür für Risiken entwickeln, weil die Einordnung von KI-Anwendungen in passende Risikoklassen immer wichtiger wird
  • Verantwortlichkeiten klar festlegen, da die Rolle als Betreiber mit konkreten Pflichten verbunden ist
  • Passende Strukturen aufbauen, zum Beispiel durch Schulungen, interne Leitlinien und gute Dokumentation
  • Langfristig planen statt nur kurzfristig reagieren, indem KI systematisch in Schulentwicklung und Infrastruktur eingebunden wird

Wer hier noch weiterdenken möchte, ist herzlich eingeladen zum nächsten Netzwerkworkshop am 8. Juni in dem es um das Thema „Datenschutz und digitale Schulentwicklung: Motor und/oder Hemmnis?“ geht.

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