Wie können Schulträger als zentrale Akteure der digitalen Schulentwicklung gestärkt werden? Mit dieser Frage befasste sich ein Beitrag aus dem Verbundprojekt TOBIS auf der 89. Jahrestagung der Arbeitsgruppe für Empirische Pädagogische Forschung (AEPF). Die gemeinsam mit der Kommission Bildungsplanung, Bildungsorganisation und Bildungsrecht (KBBB) veranstaltete Tagung fand vom 22. bis 24. September 2025 am Campus Essen der Universität Duisburg-Essen statt. Der TOBIS-Beitrag trug den Titel „Mit Transprofessionalität und Organisationsentwicklung zum Schulträger als Unterstützungsstruktur zur Digitalisierung des Schulsystems?“. Er wurde gemeinsam von Björn Hermstein und Lena Wandner (Ostfalia Hochschule), Annekatrin Bock und Stefanie Brunner (Universität Vechta), Alexander C. Lang und Christin Tellisch (HSAP Berlin) sowie Franco Rau (FAU Erlangen-Nürnberg) erarbeitet.
Der Vortrag stellte Strukturen und Arbeitsweisen des Verbundprojekts sowie Anschlüsse an die Schulträger-, Organisations- und Governanceforschung vor. Im Zentrum stand die Frage, wie Schulträger und weitere Akteur:innen aus Bildungsverwaltung, Bildungspraxis und Forschung über ihre jeweiligen Zuständigkeitsbereiche hinweg zusammenarbeiten können, um einen pädagogisch sinnvollen digitalen Wandel zu unterstützen.
Erste Einblicke in die Ausgangserhebungen des Projekts verweisen auf unterschiedliche organisationale Voraussetzungen bei den beteiligten Schulträgern. Sichtbar wurden unter anderem verschiedene Organisationsstrukturen, professionelle Hintergründe und Formen der Abstimmung. Thematisiert wurden zudem die Rolle des mittleren Managements, die Zusammenarbeit mit kommunalen Medienzentren und Bildungsbüros sowie die fortlaufende Gestaltung von Supportstrukturen. Diese Befunde unterstreichen, dass digitale Schulentwicklung nicht auf die technische Ausstattung von Schulen begrenzt werden kann. Sie berührt ebenso Fragen der Organisation, der Zuständigkeiten und der Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen professionellen Akteur:innen. Für die weitere Projektarbeit stellt sich daher die Frage, wie die verschiedenen Ausgangslagen der Schulträger in Prozesse der Organisationsentwicklung einbezogen werden können.
Der Beitrag war Teil des Symposiums „Veränderte (digitale) Bildung – Veränderte Schulträger(-forschung)?“. Vier Forschungsprojekte diskutierten darin die Rolle von Schulträgern bei der Gestaltung digitaler Transformationsprozesse aus unterschiedlichen theoretischen und empirischen Perspektiven. Für TOBIS bot das Symposium die Gelegenheit, erste Projekteinblicke in den aktuellen Fachdiskurs einzuordnen und mit weiteren Forschungsansätzen ins Gespräch zu bringen. Der Austausch machte zugleich sichtbar, wie wichtig es ist, Schulträger nicht ausschließlich als Verantwortliche für Ausstattung und Infrastruktur zu betrachten. Als Schnittstellenakteure koordinieren sie technische, administrative, organisationale und pädagogische Anforderungen und wirken damit an den Rahmenbedingungen digitaler Schulentwicklung mit. Die Impulse aus der Tagung fließen in die weitere Forschungs- und Netzwerkarbeit von TOBIS ein.


