OER des Monats November 2025: „digi4all – Kompetenzen für das Unterrichten in einer digitalen Welt“

Im November rückt ein umfassendes digitales Lehrangebot in den Fokus, das zeigt, wie offene Bildungsmaterialien zum Thema Digitale Bildung praxisnah und strukturiert für (angehende) Lehrkräfte gestaltet werden können. Mit digi4all wird ein vollständiger Online-Kurs vorgestellt, der Lehramtsstudierenden wie auch in der Praxis tätigen Lehrkräften und schulischen Akteur:innen wertvolle Einblicke in zentrale Fragen der Digitalisierung bietet.

Worum geht es genau?

Der Kurs digi4all, entwickelt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Universität Bayreuth und der Freien Universität Berlin, bietet einen umfassenden Einstieg in die digitale Bildung. Das Studienangebot umfasst 12 Module, die drei miteinander verzahnten Kompetenzbereichen zugeordnet sind: Grundlagenkompetenzen der Digitalisierung, Anwendungskompetenzen digitaler Medien und reflexive Kompetenzen digitaler Bildung. Damit verbindet digi4all informatische, mediendidaktische und medienpädagogische Perspektiven und orientiert sich eng an den KMK-Standards für die Lehrerbildung.

Die Module decken ein breites Spektrum ab – von der Funktionsweise digitaler Systeme und Fragen der Medienkultur über Datenverarbeitung und Algorithmen bis hin zu kreativen und kollaborativen Formen digitalen Arbeitens. Themen wie die Reflexion gesellschaftlicher Auswirkungen der Digitalisierung, der Einsatz vernetzter Systeme im Unterricht oder die Gestaltung digital gestützter Lernumgebungen ermöglichen es, Grundlagen zu verstehen und zugleich deren Bedeutung für die schulische Praxis einzuordnen.

digi4all ist bewusst fächerübergreifend angelegt: Jedes Modul ist einzeln anwählbar, sodass Lernende selbst bestimmen können, wann sie welche Inhalte bearbeiten und an welchen Stellen sie eigene Schwerpunkte setzen möchten. Kommunikations- und Kollaborationsangebote – etwa kommentierbare Aufgaben, Austauschforen oder interaktive Arbeitsaufträge – unterstützen den interdisziplinären Dialog und tragen dazu bei, unterschiedliche Sichtweisen einzubeziehen. Das Angebot lebt vom gemeinsamen Durcharbeiten und profitiert davon, dass Beiträge aus verschiedenen Fachrichtungen diskutiert, weitergedacht und in neue Kontexte übertragen werden.

Warum ist das relevant für Schulträger?

Obwohl digi4all ursprünglich für Lehramtsstudierende konzipiert wurde, entfaltet der Kurs sein Potenzial besonders dann, wenn unterschiedliche professionelle Perspektiven zusammenkommen. Die Module ermöglichen es, Sichtweisen aus Pädagogik, Schulentwicklung und IT miteinander in Beziehung zu setzen und zentrale Aspekte der Digitalisierung aus verschiedenen Rollen heraus zu betrachten.

Damit fördert das Angebot transprofessionelle Zusammenarbeit: Lehrkräfte erhalten Einblicke in technische Grundlagen, IT-Expert:innen verstehen besser, welche didaktischen Anforderungen im schulischen Alltag eine Rolle spielen, und schulische Entscheidungsträger:innen können beide Perspektiven miteinander verbinden. Dieser Perspektivwechsel schafft gemeinsame Bezugspunkte und erleichtert Abstimmungsprozesse in der Schul- und Medienentwicklungsplanung.

digi4all ergänzt somit das im Oktober vorgestellte Überblicksmaterial für Schulträger um eine praxisnahe und vollständig online zugängliche Lernumgebung, von der unterschiedliche Akteursgruppen gemeinsam profitieren können.

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