Im Dezember richtet sich der Blick auf digitale Plattformen, die über die reine Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien hinausgehen. Im Fokus stehen Angebote, die sichtbar machen, dass Internetportale nicht nur als Ablageorte, sondern als Mitmachplattformen verstanden werden können. Mit edutags und der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V. (ZUM) werden zwei etablierte, nicht-kommerzielle Beispiele vorgestellt, die kollaboratives Arbeiten fördern und seit vielen Jahren eine Kultur des Teilens unterstützen.
Das gemeinsame Sammeln, Teilen, Kommentieren und Weiterentwickeln von Materialien lässt sich dabei bereits als Open Educational Practices (OEP) verstehen. Die beiden Plattformen zeigen exemplarisch, wie offene Bildungsarbeit jenseits klassischer Materialsammlungen gestaltet werden kann.
Worum geht es genau?
edutags ist eine speziell für Lehrkräfte und Lehrpersonen entwickelte Social-Bookmarking- und Social-Tagging-Plattform. Nutzer:innen können Webseiten und digitale Materialien sammeln, mit Schlagworten versehen, kommentieren und in Gruppen teilen. Aus den individuellen Lesezeichen entsteht eine gemeinsam gepflegte, durchsuchbare Datenbank, die das Auffinden neuer Materialien erleichtert.
Das sogenannte „Edutaggen“ unterstützt nicht nur die persönliche Organisation von Ressourcen, sondern macht auch sichtbar, welche Materialien andere Lehrkräfte zu ähnlichen Themen nutzen. Perspektivisch ermöglicht edutags zudem die Veröffentlichung eigener Materialien im Sinne offener Lehr-Lern-Materialien – ohne auf kommerzielle Social-Media-Plattformen zurückzugreifen.
Die ZUM gehört zu den ältesten und bekanntesten deutschsprachigen Bildungsplattformen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1997 verfolgt der gemeinnützige Verein das Ziel, das Internet als Lern- und Lehrhilfe nutzbar zu machen. Neben Linklisten, Blogs und Lernportalen spielen insbesondere das ZUM-Wiki und das ZUMpad eine zentrale Rolle. Das ZUM-Wiki kann als Wikipedia für Unterrichtsmaterialien verstanden werden, welches einerseits Materialien bereitstellt und andererseits Möglichkeiten zur eigenen Mitgestaltung eröffnet. So finden sich derzeit im ZUM-Wiki Unterrichtsmaterialien für diverse Fächer und Schulformen bis hin zu Fragen der beruflichen Bildung oder speziellen Themen(gebieten) wie z.B. Anthropologie oder Umwelterziehung. Interessierte Personen können Inhalte ergänzen, überarbeiten und unter offenen Lizenzen veröffentlichen. Das ZUMpad wiederum ermöglicht das gemeinsame Schreiben und Bearbeiten von Texten in Echtzeit – etwa für Unterrichtsplanung, Protokolle oder kollaborative Schreibprozesse im Unterricht.
Beide Plattformen verdeutlichen, dass Offenheit nicht erst beim fertigen Material beginnt, sondern bereits im gemeinsamen Sammeln, Strukturieren und Weiterentwickeln von Ressourcen angelegt ist.
Warum ist das relevant für Schulträger?
Für Schulträger eröffnen solche Mitmachplattformen eine erweiterte Perspektive auf digitale Bildungsinfrastruktur. Sie zeigen, dass es neben klassischen Bereitstellungsplattformen auch Angebote gibt, die Zusammenarbeit, Austausch und professionelle Lernprozesse systematisch unterstützen. Lehrkräfte agieren hier nicht nur als Nutzende, sondern als aktive Mitgestaltende einer gemeinsamen Wissensbasis.
Gerade mit Blick auf Schul- und Medienentwicklungsprozesse bieten Plattformen wie edutags und die ZUM wichtige Anknüpfungspunkte für nachhaltige Strategien: Sie fördern Vernetzung, machen vorhandene Expertise sichtbar und unterstützen eine Kultur des Teilens. Damit leisten sie einen Beitrag zur Entwicklung offener Bildungspraktiken und zur Stärkung professioneller Lerngemeinschaften – ohne zusätzliche Abhängigkeiten von kommerziellen Anbietern.
Lizenz & Nutzung
Die Nutzung von edutags und den Angeboten der ZUM ist kostenfrei möglich. Viele der dort bereitgestellten oder gemeinsam entwickelten Materialien stehen unter Creative-Commons-Lizenzen und können offen genutzt, angepasst und weitergegeben werden. Die konkreten Lizenzbedingungen sind jeweils bei den einzelnen Materialien ausgewiesen.
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